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Wohnen an der besten Adresse: Wohngeschichten aus dem Villenviertel
Bearbeiterin: Isabell Stamm (TU Berlin) und Eva Maria Gajek (IRS Erkner)
In diesem Projekt stehen die Bewohnerinnen der Villenviertel in Potsdam im Mittelpunkt. Potsdam blickt auf eine bewegte Geschichte als Wohnort vermögender Gruppen zurück und nach 1989/90 sind die Villenviertel in dieser Stadt in unmittelbarer Nähe des politischen Zentrums Berlin und umgeben von Seen und Natur erneut besonders attraktiv geworden. In narrativen Interviews werden die Wohngeschichten der Bewohner:innen dieser Villen in Potsdam rekonstruiert und nachgezeichnet, wann und warum die Bewohner:innen in diese Villen gezogen sind – und wie sie von hier auf ihre Stadt blicken. Damit zeichnet das Projekt die heterogenen Wege nach, an der besten Adresse zu wohnen und bereichert den wissenschaftlichen Blick auf soziale Ungleichheit in der Stadt. Zugleich knüpft das Projekt an die historische Erforschung der Transformationszeit an, indem es aus der Perspektive biografischer Wohnerzählungen die Veränderungen von Eigentumsstrukturen und Bedeutungsordnungen seit 1989/90 in den Potsdamer Villenvierteln in den Blick nimmt. Gerade die Brüche und Neuordnungen dieser Jahre lassen erkennen, wie frühere Wertzuschreibungen fortwirkten und wie neue Deutungen von Exklusivität entstanden. Die Interviews ermöglichen es zu zeigen, welche Rolle Erinnerungen an frühere Nutzungen, familiäre Geschichten oder kollektive Stadtbilder für die eigene Verortung in diesen Quartieren spielen.