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Die Vermessung der guten Adresse: Wissensordnungen und Bewertungstechniken seit 1871

 

Bearbeiterin: Eva Maria Gajek (IRS Erkner)

Das Projekt untersucht, wie Vorstellungen über „gute Adressen“ seit dem späten 19. Jahrhundert erzeugt, vermessen und legitimiert wurden. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Wissensformen, Kategorien und Messpraktiken herangezogen wurden, um Wohnlagen zu bewerten – und wie diese Verfahren selbst zur Stabilisierung räumlicher Ungleichheiten beitrugen. Aus einer wissensgeschichtlichen Perspektive rekonstruiert die Studie, wie sich seit den 1870er Jahren ein zunehmend standardisiertes Instrumentarium zur Einordnung städtischer guter Wohnlagen herausbildete: von Adressbüchern und Lageklassen über statistische Erhebungen bis hin zu  kartografischen Zugriffen oder Immobilienanzeigen. Dabei interessiert besonders, welche Akteur:innen – etwa Gutachter, Makler, Stadtverwaltungen oder Medien – mit diesen Werkzeugen arbeiteten, welche Daten sie benötigten und wie sie ihre Bewertungen begründeten. Im Zentrum stehen zwei Leitfragen: Welche Faktoren wurden herangezogen, um den Status einer „guten Adresse“ zu definieren? Und welche Entwicklungen galten als Gefahr für diesen Status? Das Projekt zielt damit darauf zu zeigen, dass „gute Adressen“ nicht einfach vorgefunden werden, sondern durch spezifische Wissenspraktiken, Bewertungstechniken und öffentliche Aushandlungen hervorgebracht wurden – und dass die Geschichte ihrer Vermessung ein Schlüssel zum Verständnis städtischer Ungleichheit ist.